Ein paar Worte zur Motivation

Nun bin ich also schon seit knapp einem viertel Jahr an der Uni eingeschrieben und kann es – wenn ich ab und an mal darüber nachdenke – immer noch nicht richtig glauben. Nachdenken darüber tue ich immer dann, wenn ich merke, dass meine Motivation auf einem temporären Tief ist, das kommt alle paar Wochen mal an einem Tag vor. Doch lasse ich dann die letzten Jahre Revue passieren, denke drüber nach, was ich alles getan habe, um überhaupt studieren zu können, dann geht alles wieder (fast) wie von selbst.

Vor einigen Wochen habe ich in einer TV-Reportage eine interessante Statistik gesehen. Nicht einmal ein Fünftel aller Arbeiterkinder beginnt ein Studium. Bei den Beamtenkindern sind es dagegen über 60%. Was auch immer die Gründe dafür sein mögen, freue ich mich sehr, dass ich als Sohn eines Dachdeckers studieren kann. Und wenn ich das nie vergesse, werde ich auch immer ausreichend motiviert sein.

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4 Antworten

  1. Hallo Florian,

    über ein paar Umwege bin ich auf Deinem Blog gelandet und da mir Dein Name auf Moodle schon seit meinem eigenen Start (WS 2009/2010) mehrfach untergekommen ist, wundere ich mich etwas über die Angabe „seit knapp einem viertel Jahr“. Ist das ein älterer Text?

    Mal meine eigene Erfahrung zum Thema Motivation: Ich (selbst Arbeiterkind) hab in der politisch turbulenten Wendezeit Abitur gemacht und konnte mich aufgrund dieses dramatischen Einschnitts nicht aufraffen, zu studieren. Wohl als eine Art Ergebnis einer vorzeitigen Midlife Crisis hab ich mich dann mit einem 18 Jahre alten Abi Ende 2009 eingeschrieben und bisher läuft es sehr gut (1.1 [auch mit dem Saxer-Text] mit 1,3 bestanden, 1.2a mit 1,0). Derzeit bereite ich mich auf die Klausur zu 1.4 vor und im Sommersemester ist dann das von mir bisher aufgeschobene Modul 1.3 dran. Schneller als Teilzeit geht nicht, da ich in einem 3-Schicht-Job (der weder etwas mit Politik noch mit Verwaltung zu tun hat) arbeite und zudem ab dem Sommer, wo sich gleich dreifacher Nachwuchs angekündigt hat, vierfacher Familienvater bin. Aber ich tu das in meinem Alter sicherlich nicht mehr aus Karriereplänen – wer braucht denn einen Bachelor von Mitte 40? Es ist einfach für mich und die Gewissheit, mir nicht mein ganzes Leben vorzuwerfen, nie etwas aus dem Abi gemacht zu haben. Vielleicht ist es der fehlende Druck, der die ganze Geschichte für mich derzeit so erträglich macht und die immer noch anhaltende Motivation sorgt.

    Ich hab mir auch mal politikstudent.de angesehen. Wenn mir die Zeit bleibt (ist aber aus obigen Gründen eher unwahrscheinlich), kann ich ja mal was beisteuern… 😉 Vielleicht ein Erlebnisbericht aus meiner (älteren) Warte, wer weiß.

    Ich wünsch uns viel Glück für den 09.03. und Dir viel Erfolg bei 1.2a!

    Grüße aus Sachsen,
    Sven

    1. Hallo Sven,

      danke für deinen Kommentar. „seit knapp einem viertel Jahr“ deshalb, weil ich erst seit November als „ordentlich Studierender“ eingeschrieben bin. Vorher war ich „nur“ Akademiestudent.

      Gleich drei Kinder auf einmal… Glückwunsch!

      Schön, dass du auch mit Mitte 40 noch studierst. Ich denke auch, dass es in jedem Alter gewinnbringend sein kann, selbst wenn es einem im Job vielleicht wenig bis nichts bringt. Für die eigene Persönlichkeit ist es meines Erachtens sehr wichtig, immer wieder etwas neues zu lernen und Dinge auszuprobieren.

      Für PolitikStudent.de werde ich mal wieder etwas mehr machen, wenn die Klausuren rum sind. Falls du einen Artikel schreiben möchtest, kannst du das gerne tun. Ich würde mich freuen.

      Dir auch viel Erfolg für den 9. März!

      Schöne Grüße,
      Florian

  2. Hallo Florian,

    sehr interessante Statistik. Meine Eltern haben selbst beide nur einen Hauptschulabschluss und trotzdem hats mit dem Studium geklappt 😉
    Hier noch ein paar Gedanken zur Motivation:

    Es gibt zwei Motivationstechniken, die zudem auch das Unterbewusstsein sehr zum Mitdenken anregen. Der Vorteil: Ideen und neue Ansätze werden auch dann erschaffen, wenn man nicht gerade aktiv daran denkt, z.B. unter der Dusche, im Schlaf oder beim Laufen. Mir hat es geholfen, viele kreative Ideen und Lösungen für meine Diplomarbeit zu entwickeln.

    Visualisierung: Du hast ein konkretes Ziel, z.B. das Studium schaffen oder eine bevorstehende Prüfung. Stell dir vor, du hast die Prüfung bereits geschafft. Wie fühlt es sich an? Welche Menschen gratulieren dir? Wie willst du dich dafür belohnen? (Belohnung ist sehr wichtig ;-)) Stell dir die Situation genau vor, in der du erfährst, wie du dein Ziel erreicht hast. Wo bist du gerade? Welche Menschen sprechen zu dir? Wie fühlt es sich an? Gibt es einen besonderen Geruch?

    Affirmationen: Du drückst aus, dass du ein Ziel bereits erreicht hast und welches tolle Gefühl sich hierbei ergibt. Dies schreibst du nieder und liest es regelmäßig durch. Gute Zeiten hierfür sind morgens nach dem aufstehen oder abends vor dem Schlagengehen. Wie könnte eine Affirmation aussehen?
    – Ich bin stolz auf mich, meine Prüfung mit 2,0 oder besser bestanden zu haben
    – Ich bin voller Motivation, weil ich meinen Zeitplan einhalte und noch genug Zeit für Sport und Pausen habe
    – Ich ernähre mich gesund und fühle mich geistig fit
    – Ich schöpfe viel Energie aus meinem täglichen Training. Diese Energie hilft mir besser und effektiver zu lernen.

    Ein paar Tips zu Affirmationen:
    – Anfangen mit „Ich bin“
    – Gegenwartsform benutzen
    – Das Verb/ die Aktivität betonen
    – Ein Wort mit starker Gefühlskomponente
    – Auf sich selbst bezogen
    – Positive Formulierung, kein „nicht“ verwenden
    – Knapp und Präzise
    – „Oder etwas besser“ hinzufügen

    Zusammengefasst aus Jack Canfield – Kompass für die Seele

  3. @Florian

    Ich hab das mit Deinem steinigen Weg dann noch später gelesen – Respekt für Dein Durchhaltevermögen!

    Aber wegen dem Satz „Schön, dass du auch mit Mitte 40 noch studierst“ muss ich derzeit noch Einspruch erheben. Ich bin jetzt 39, aber da sich Teilzeit ja etwas hinzieht, bin ich zum Schluss des Studiums dann soweit. Aber wie ich bei der letzten Klausur gesehen habe: Ich bin da weitaus nicht der Älteste.

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