Seminar „How to Compare Politics“

Im Rahmen des Moduls 2.2 nahm ich vom 3. bis zum 5. Juni 2011 an dem Seminar „How to Compare Politics“ in Hamburg teil. Es folgt ein Bericht…

Los ging es am 3. Juni um 11.29 Uhr vom Würzburger Hauptbahnhof. Ich hatte ein Sparpreis-Ticket für die erste Klasse ergattert und freute mich schon auf ein völlig neues Bahnfahr-Erlebnis erster Güte. Ich sollte nicht enttäuscht werden. Die kostenlose Tageszeitung lehnte ich noch ab, den Schwarzwälder Kirsch-Becher für 3,60 Euro ließ ich mir dagegen nicht entgehen. Ich hatte schließlich schon vor nahezu zwanzig Jahren immer Schwarzwälder Kirsch-Torte gegessen, wenn ich mit meinem Opa auf Radtour war. Kaum hatte ich den Becher geleert, kam auch schon eine Dame von der „DB Fahrgastbefragung“. So etwas hatte ich in der zweiten Klasse noch nie beobachtet. Ich nahm an dieser Befragung teil und freute mich, dass ich die Inhalte des Moduls 2.1 so einmal in der Realität nachvollziehen konnte. Langer Rede kurzer Sinn: Die Fahrt in der 1. Klasse hat durchaus Spaß gemacht.

Um 15.00 Uhr kam ich in Hamburg an. Es hatte sich seit 2008 nichts verändert: potthässlich, wie eh und je. Doch ich war ja auch nicht wegen einer Sightseeing-Tour dort. Schnell erstmal ans falsche Ende des HBF gelaufen, um dort zu sehen, dass die U-Bahn von der gerade entgegen gesetzten Seite abfährt. Am Hotel angekommen erfuhr ich, dass kein Zimmer mehr frei ist… Probleme mit der Buchungssoftware. Natürlich hatte man sich aber schon um einen Ersatz gekümmert und so fuhr ich im kostenlosen Taxi zu einem anderen Hotel, das glücklicherweise in derselben Straße lag wie das Regionalzentrum der FernUni. Nach dem Einchecken ging ich auf mein Zimmer und machte mich fertig, da bereits um 17.30 Uhr das Seminar begann. Ich lief einen Kilometer und stand schließlich vor dem großen Gebäude mit der Glasfassade und den roten Türumrahmungen. Schnell noch eine geraucht und rein in dieses architektonische Wunderwerk.

Drei andere Studis und Herr Wittmann von der FU waren schon da. Langsam füllte sich der Raum und auch Herr Prof. Stoiber und Herr Dabitsch fanden sich ein und bereiteten ihre Präsentation vor. Bei dieser handelte es sich um eine Einführung in die Thematik des Moduls und des Seminars. Alle drei Dozenten leisteten ihren Beitrag zu dem mündlichen Vortrag, der den ein oder anderen interessanten Aspekt beinhaltete. Anschließend ging es um die Organisation des Seminars. Doch dazu später mehr …

… Nämlich genau jetzt. Wir wurden in zwei Gruppen á 15 Personen aufgeteilt. Am Samstag ging es dann um 9.00 Uhr weiter. Aufgrund meiner Nikotinabhängigkeit ging ich frühzeitig los, da mir 1) generell schnell die Puste ausgeht und ich 2) so noch die ein oder andere Tabakzigarette inhalieren konnte (nicht zur Nachahmung empfohlen). Unsere Gruppe wurde von Prof. Stoiber betreut, während Herr Dabitsch und Wittmann sich um die andere Gruppe (die in einem anderen Seminarraum war) kümmerten. Unsere Gruppe wurde abermals aufgeteilt, in drei Gruppen zu je fünf Personen. Jede dieser drei Kleingruppen sollte einen Themenschwerpunkt auswählen und diesen anhand der Aufgabenstellung bearbeiten. Wir hatten den Schwerpunkt „Wandel und Stabilität von Parteiensystemen“ (dieses Thema wollte ursprünglich nur einer freiwillig auswählen, doch dann fanden sich doch noch vier andere… es wäre ja blöd, wenn das Seminar an so etwas scheitern würde). Nun ging es darum, ein vollständiges (hypothetisches) Forschungsdesign zu entwickeln. Fragestellung -> Konzeptspezifikation -> usw. Phase I endete mit dem Aufstellen von konkreten Hypothesen. Anschließend wurden alle bisherigen Ergebnisse innerhalb der großen Gruppe vorgestellt und diskutiert. Bei Phase II ging es danach um die praktischeren Tätigkeiten des theoretischen Prozesses (klingt widersprüchlich, macht aber Sinn). Welche Variablen gibt es, wie kann man sie messen usw. Auch nach Phase II wurde wieder diskutiert. Um 17.40 Uhr war dann auch schon wieder alles vorbei und ich hatte das Gefühl, dass ich eine Menge gelernt hatte (gerade durch die beiden Studis in unserer Gruppe, die Modul 3.5 studieren).

Am Sonntag ging es dann um 9.30 Uhr weiter. Nun stellten wir unsere Forschungsdesigns der jeweils anderen Gruppe mit demselben Schwerpunkt vor. Hierbei erläuterte Herr Dabitsch noch einige wichtige Aspekte. Um 12.00 Uhr war dann endgültig Schluss. Ich begab mich zur S-Bahn, fuhr zum HBF holte mir ein Ticket für den IC (der völlig überfüllt war) und fuhr wieder nach Würzburg.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich das Seminar ausgesprochen gut fand. Als Student des Moduls 2.2 konnte man sich zwar nicht so sehr einbringen, doch gerade von den Diskussionen der 3.5-Studis konnte ich eine Menge mitnehmen. Prof. Stoiber machte mir einen sehr sympathischen Eindruck und er nahm sich auch die Zeit, den Gruppen bei Problemen, die unweigerlich auftraten, behilflich zu sein. Uns gab er so zum Beispiel seinen iPad, damit wir einen Artikel der BPB lesen konnten. Die lange Anreise, das Geld und alles andere würde ich sofort wieder investieren, wenn ein Seminar so gut ist.

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Eine Antwort

  1. Danke für den interessanten Seminareinblick!

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